Synagoge Enschede (Niederlande) Partner Refo500

29-03-2010

Der Vorstand der Stiftung Synagoge Enschede hat sich entschlossen, Projektpartner des internationalen und rasch wachsenden Projekts Refo500 zu werden. Da die Ansichten des bedeutendsten Reformators Martin Luther oft im Zusammenhang mit antisemitischen Auffassungen gesehen werden, ist dieser Entschluss bemerkenswert und weltweit einzigartig.

Aus dem Pressebericht vom 29. März 2010:

Die Synagoge Enschede gilt nicht nur als eine der schönsten Synagogen Europas, sondern ist auch als aktive und innovative Einrichtung bekannt. Die Pläne der Stiftung für u.a. die Realisierung eines Dokumentationszentrums und den Bau eines großen Museums passen zu der Zielsetzung von Refo500, in der die Begriffe ‚Erneuerung’ und ‚Veränderung’ eine wichtige Rolle spielen. Die Reformation bedeutet auch für die Neubewertung des Hebräischen, die jüdische Tradition und die Geschichte des Volkes Israels immer noch sehr viel. Die Beziehungen zwischen dem Christentum und dem Judentum waren im Laufe der Jahrhunderte oft problematisch. Nun zusammen an einem Projekt arbeiten zu können, ist zwar bemerkenswert, daraus wird jedoch auch die respektvolle Haltung der beiden Seiten einander gegenüber ersichtlich.

Mr. F. Bakx, Vorsitzender des Vorstands, ist der Meinung, dass Refo500 im Stande ist eine Brücke zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen zu schlagen. Er hofft, dass es durch die Zusammenarbeit der internationalen Partner möglich sein wird, Ausstellungen zur Synagoge Enschede zu locken. Der Direktor von Refo500, Dr. Herman Selderhuis, sieht in der Teilnahme der Synagoge einzigartige Möglichkeiten für viele kulturelle, wissenschaftliche und touristische Aktivitäten. Er erwartet, dass der Entschluss sowohl national als auch international viel Anklang findet.